Viren, Würmer und Trojaner, Hacker-Attacken und Cyberwar
sind Schlagworte, die uns nun schon fast täglich auch in den
Nachrichten entgegengeschleudert werden. Als „riesen Sauerei“ sollte
dabei die Haltung der großen Software-Firmen gesehen werden, die sich
gegenseitig Schuld und Verantwortung zuschieben und den verunsicherten
Anwender vor einem Berg Arbeit mit vielen Fragezeichen stehen lassen:
Wie soll sich Herr Meier, der letztes Jahr einen PC bei Mediamarkt
gekauft hat (XP war vorinstalliert), denn nun verhalten. Schließlich
war sein Anliegen eigentlich nur, ein paar Texte Schreiben zu können,
die Fotos der Digicam zu archivieren und zu bearbeiten, und ab und an
im Internet surfen sowie E-Mail benutzen. Mehr wollte er doch gar nicht
mit dem PC anfangen und hat es bis heute auch nicht getan.
Doch seit Wochen lässt er das Gerät jetzt lieber aus, denn
anscheinend muss der Rechner ja nur ans Stromnetz angeschlossen werden
und schon steigt die Heizkostenrechnung. Oder so ähnlich. Jedenfalls
ist der Sohn, der ihm letztes Jahr bei der Einrichtung noch behilflich
war nach Australien ausgewandert und kann nicht helfen.
Den ersten Tiefschlag hat Herr Meier voriges Jahr erhalten, und zwar
auf seiner Telefonrechnung. Den zweiten von seiner Frau als sie erfuhr
warum: Herr Meier klickte zunächst freudig und erregt auf den
Erotik-Button einer renommierten Online-Zeitschrift, von dort aus
weiter und noch mal weiter, ok, da waren ein paar merkwürdige Abfragen
dazwischen, jedenfalls war ihm das Schmuddelzeug dann auf Dauer doch zu
langweilig und er hat den Computer ausgeschaltet. Knapp 900,- Euro
haben ihm dann bewusst gemacht dass er sich einen „Dialer“ eingefangen
hat der nun eine andere Verbindung ins Internet wählt als er bisher
benutzt hatte. Das mit dem Dialer hat ihm damals sein Sohn wieder
gerichtet. Erotik-Seiten sind im Internet für Herrn Meier jetzt tabu.
(Aber damit hatte er eh nie viel am Hut;-)
Aber was zum Teufel nochmal ist jetzt ein RPC-Patch? Was ist ein
Service-Pack für XP und warum soll er das unbedingt installieren? Auf
der Microsoft-Seite hat er sich tatsächlich kurz umgeschaut, aber
irgendwie war das alles verworren und er hat es wieder bleiben lassen.
„Sie sollten Ihren PC unbedingt mit folgenden Programmen ausstatten,
sonst dürfen Sie ihn im Internet nicht benutzen: Eine Personal
Firewall, einen Virenscanner und einen Dialer-Warner sollten Sie schon
drauf haben. Ein Anti-Spam-Programm und einen Spy-Bot sollten Sie auch
benutzen. Und dann natürlich regelmäßig Service-Packs und
Sicherheits-Patches fürs Betriebssystem einspielen. Und nicht
vergessen: Immer die neuesten Versionen vom Browser und
E-Mail-Programm, aber das ist ja eh selbstverständlich“. Sagte ihm der
freundliche Verkäufer im PC-Geschäft. Für Herrn Meier ist das gar nicht
selbstverständlich. Es kostet ihn Zeit und Nerven. Dabei möchte er doch
nur ein paar Texte Schreiben können, die Fotos der Digicam archivieren
und ab und zu im Internet surfen.
Warum, um alles in der Welt, sollte sich Herr Meier mehr mit den
Sicherheitsfeatures seines PCs befassen müssen, als mit den
eigentlichen Aufgaben die er darauf erledigen will?
Nun, vielleicht sind PCs doch nicht dasselbe wie Autos. Ein defektes
Auto wird vom Hersteller in die Werkstatt zurück gerufen und die
defekte Elektronik oder das defekte Teil wird ausgetauscht. Natürlich
umsonst. In diesem Fall sollte man den PC doch eigentlich an Microsoft
zurückschicken und einen sicheren zurückbekommen. Aber das traut sich
Herr Meier dann doch nicht. (sn)
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