Immer mehr Unternehmen offerieren ihren Kunden die Möglichkeit, sich mit
einem Produktkonfigurator ein individuelles Produkt zu erstellen.
Gründe für den Einsatz sind z.B. die Heraushebung von
Alleinstellungsmerkmalen, aber auch die Forderung des Kunden nach
Individualisierung.
Henry Ford ist bekannt für seinen Anfang des 20. Jahrhunderts gemachten
Ausspruch: ,,Jeder Kunde kann sein Auto in jeder gewünschten Farbe
bekommen, solange diese Farbe schwarz ist.“
Mit dieser Einstellung kann man heute keine erfolgreichen Verkäufe mehr
tätigen. Generell werden Produkte in unterschiedlichen Varianten
gefertigt, beispielsweise verschiedenen Farben und Größen und im
Fahrzeugbereich erhöht sich die Varianz durch die Zuordnung noch einmal
dramatisch. Die Anzahl der unterschiedlichen Varianten hat sich durch
flexible Produktionsprozesse in den letzten Jahren immer weiter erhöht,
weshalb der Kunde das Produkt immer besser seinen individuellen Wünschen
anpassen kann.
Zur Erstellung seiner persönlichen Variante kann ein Kunde z.B. einen
Produktkonfigurator einsetzen. Für das Unternehmen ergeben sich beim
Angebot eines maßgeschneiderten Produkts viele Vorteile, am wichtigsten
das Alleinstellungsmerkmal. Die individualisierte Produktvariante ist
häufig in der gleichen Art bei einem Mitbewerber nicht erhältlich.
Andererseits können die Kunden durch eine große Anzahl an
Auswahlmöglichkeiten verwirrt werden. Auch technisch ist für viele
Kunden die Übertragung ihrer Vorstellungen an das Produkt nicht einfach.
Und schließlich möchte der Kunde kein Produkt kaufen, welches zwar
speziell für ihn gefertigt ist, das er aber noch nie gesehen hat.
Ein erfolgreicher Produktkonfigurator sollte daher zum einen viel
kontextsensitive Hilfe bereit stellen, zum anderen das Produkt optimal
visuell darstellen können. Dabei ist darauf zu achten, dass bei der
jeweiligen Produktansicht auch nur die Optionen gezeigt werden die
nutzbar sind. Zusatzinformationen wie Gutachten oder ergänzende Produkte
müssen genau an der Stelle platziert werden wo die Zugehörigkeit zum
Konfigurationsattribut oder dem kompletten Produkt gegeben sind.
Von der technischen Seite gibt es zwei wesentliche Punkte, die ein
Produktkonfigurator erfüllen sollte: Er muss erstens eine leichte
Übertragung des Produktes in die Kaufabwicklung des Online-Shops
ermöglichen und zweitens flexibel genug sein um auf Kunden- und
Rabattierungsstrukturen des Shopsystems eingehen zu können.
Überschätzt werden jedoch meist die Möglichkeiten zur Konfigurierbarkeit
des Produktes für den Administrator. Hier ist es je nach Anwendung
wichtiger, schnell viele Produkte und Kombinationsmöglichkeiten
importieren zu können, als eine visuelle Konfiguration für den
Shopbetreiber zu schaffen.
Sehr gern wird bei der Technik der Konfiguratoren auf Adobe´s RIA Tool
Flash gesetzt. Flash ermöglicht fließende und animierte Übergänge bei
den Produktansichten ohne gleichzeitiges Neuladen der Webseite. Die
Rechenarbeit wird zum großen Teil auf den lokalen Rechner abgewälzt.
Dabei wird jedoch gerne übersehen, dass die Flash-Entwicklungskosten im
Vergleich zur herkömmlichen Web-Entwicklung mit ausgereiften,
objektorientierten Frameworks oft drei- bis viermal so hoch ausfallen.
Moderne Webtechnik auf aktuellen Browsern kann über sogenannte
Ajax-Komponenten zumindest das Reload-Problem umgehen, schöne
Animationen bleiben jedoch weiterhin die Stärke von Flash.
Beispiele für Produktkonfiguratoren:
T-Shirt Konfigurator
Raderkonfigurator
Fahrzeuge
Fahrrad-Konfigurator
Computer
Stefan Neumann

