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Zehn Jahre Bitcoin

Vom innovativen, anfangs nur in einer kleinen Nische von Krypto- und Tech-Enthusiasten gefeierten Konzept einer unabhängigen Digitalwährung, das sich innerhalb weniger Jahre zur milliardenschweren Spekulationsspielwiese entwickelt hat, mag man halten, was man will; fest steht: Es hat die IT-Landschaft nachhaltig verändert. Im November 2009 entwarf „Satoshi Nakamoto“, eine bis heute anonym gebliebene Person(engruppe) aus einer Kryptographie-Mailingliste, die Idee des Bitcoins. Als dezentral organisierte Alternative zum konventionellen, staaten- oder staatenbundverwalteten Bar- und Buchgeld soll die elektronische Währung zugleich Sicherheit und Autonomie gewährleisten – kein geringer Anspruch.

Das Fundament des Bitcoins bildet dabei die Blockchain: Sie kann als eine dezentrale Datenbank begriffen werden, die alle Transaktionen mit dem elektronischen Geld verzeichnet. Transaktionen werden dabei zu sogenannten Blöcken zusammengefasst – und diese Blöcke, fortlaufend aneinandergereiht, fügen sich zur Kette, zur Blockchain. Diese wird nun nicht, wie man es aus dem üblichen Geldverkehr kennt, an einem Ort, etwa einer Bank, zentral gespeichert, sondern ist als digitale Kopie bei allen Nutzern des Zahlungsmittels hinterlegt, stets aktualisiert und verschlüsselt. Denn nur so kann größtmögliche Sicherheit vor Fälschung und Manipulation garantiert werden. Für den „täglichen Gebrauch“ steht indes ein schlankes Portemonnaie, das Wallet, zur Verfügung, das ähnlich wie eine Kreditkarte Zugriff auf das eigene Bitcoin-Depot ermöglicht, ohne dabei jedes Mal die inzwischen über 180GB große Blockchain laden zu müssen. Bitcoins können nur innerhalb der Blockchain bestehen – und neue Bitcoins, die geschöpft bzw. in einem komplexen mathematischen und energieintensiven Verfahren, dem „Mining“, erzeugt werden, gliedern sich als Datenblöcke an die bestehende Kette an.


Tatsächliche Verwendung im Zahlungsverkehr findet der Bitcoin zwar noch immer nur in sehr kleinem Maßstab, doch umso markanter präsentiert er sich als Spekulationsobjekt. Wurden die ersten Einheiten der Krypto-Währung noch für wenige Cents gehandelt, stieg der Kurs zum Ende des Jahres 2017 auf ein Hoch von 20.000 US-$ pro Coin an; zwischenzeitlich liegt der Wert wieder bei knapp 6.000 $. Der Programmierer Laszlo Hanyecz bezahlte im Jahr 2010 10.000 Bitcoins für zwei Pizzen vom Lieferanten Papa John’s, damals umgerechnet ca. 30 €, aktuell entspräche dies 56,4 Millionen €. Der 22. Mai, Datum von Hanyecz‘ ungünstiger Transaktion, gilt heute als der „Bitcoin Pizza Day“.

Für die Wirtschaft zeigt sich aktuell jedoch die Blockchain-Technologie interessanter als der eigentliche Bitcoin. Neben Banken und Versicherungen, gegen deren Unternehmenspraxis die Blockchain ursprünglich Gegenentwurf sein sollte, haben inzwischen auch große deutsche Konzerne wie VW, BMW und Bosch ein großes Interesse an der Zukunftstechnologie und sponsern einschlägige Events. Der Anwalt und Bitcoin-Millionär Jeffrey Berns plant momentan gar eine komplett von der Blockchain „betriebene“ Stadt in der Wüste von Nevada. Was auch immer die Zukunft für Bitcoin und Blockchain bringen mag, wir jedenfalls gratulieren Ihnen gerne zum Jubiläum und behalten ihre Entwicklung mit Spannung im Blick.